Wettkampfberichte 2017


Wolfgangseelauf

 

Ort: St. Wolfgang

Datum: 15.10.2017

 

Wie schon vor 3 Jahren habe ich mir den Wolfgangseelauf als Saisonabschlusswettkampf ausgesucht. Bereits damals haben mich die Natur, die anspruchsvolle Strecke, die Stimmung und die Organisation des Laufes dort begeistert!

Die Wettervorhersage war für das komplette Wochenende bombastisch und so entschieden meine Eltern, Carina und ich, bereits am Freitag Früh anzureisen, um das maximale aus dem Wochenende rauszuholen.

Wir verbrachten den Nachmittag in bester Seniorenmanier und schlenderten mit T-Shirt, kurzer Hose und Sonnenbrille am Ufer des Wolfgangsees entlang, haben Kaffe getrunken eine Schifffahrt über den See gemacht und den Wellnessbereich unsicher gemacht --> Tapering Deluxe!

Am Abend trafen wir uns noch mit Carinas Eltern, Sebi (der ebenfalls am Sonntag an den Start ging), seinen Eltern und Kathi zum Essen und ließen den Tag ausklingen.

Den Samstag starteten wir mit einem 2-stündigen Spaziergang um den Schwarzensee, der zufälligerweise genau an einer schön gelegenen Berghütte sein Ende fand.

Wir hatten quasi keine Wahl und ließen uns unter strahlend blauem Himmel unser Mittagessen und Weizen (natürlich alkoholfrei :-) ) schmecken!

Nachmittag holten wir in St. Wolfgang im Start-Ziel Bereich noch unsere Startunterlagen und schlenderten (zusammen mit auffällig vielen selfieschießenden Asiaten) durch die Ortschaft. Carina, Sebi und ich entschlossen uns spontan, noch 20 Minuten am Seeufer joggen zu gehen und zum Abschluss des Tages stand noch eine Carbloadingsession im "Kirchenwirt" aufm Programm :-)

Da der Startschuss für die 27 Kilometerrunde um den Wolfgangsee erst um 10:30 Uhr fiel, startete der Wettkampftag ziemlich entspannt.

Um Punkt 08:00 Uhr starteten wir aber erstmal erfolgreich zur Frühstücksbuffetumrundung. Nachdem wir diese erfolgreich absolviert hatten, erreichten wir um 10:00 Uhr St. Wolfgang. Carina (die leider verletzungsbedingt nicht selber starten konnte) gab unsere Kleiderbeutel ab und wir stellten uns bei strahlendem Sonnenschein an die Startlinie.

Mir war jetzt schon warm und nach den ersten 3 Kilometern tropfte mir bereits der Schweiß von der Nase... Hatte natürlich keine Salztabletten mitgenommen... Schlechte Idee!

Meine Strategie für die Wolfgangseeumrundung war eigentlich recht simpel:

Schnell zum Berg, langsam über den Berg und dann wieder schnellstmöglich den Rhythmus finden und die restlichen flachen 20 Km wieder ballern :-)

 

Am Fuße des 2 Kilometer langen und brutal steilen Anstiegs sah ich zum ersten Mal auf die Uhr und war nicht überrascht, dass das mit dem schnellen „zum Berg“ schon mal funktioniert hatte. Ich versuchte, zumindest die erste Hälfte des Berges zu laufen und erst als wirklich jeder neben mir schon spazierte, fing auch ich an walken. Ich war auf Anschlag und hatte das Gefühl, dass es mir gleich die Unterschenkel zerreissen würde!

Ich kämpfte mich über die Kuppel und musste ein wenig frustriert feststellen, dass ich für die zwei hinter mir liegenden Kilometer fast 14 Minuten gebraucht hatte.

Kann ich jetzt nicht ändern... also volles Risiko beim Downhill... Mein Knie machte sich zum Glück nicht bemerkbar und ich machte sogar ein paar Plätze gut!

 

Unten angekommen genehmigte ich mir erstmal ein als Wasser getarntes Iso und versuchte mein Wohlfühlpace rauszufinden.

Die pendelte sich bei 04:15 ein, was mir nur Recht war... wenn ich die durchlaufen kann, dann bleib ich unter 2 Stunden!

Ich flog von Ortschaft zu Ortschaft, bedankte mich bei allen Zuschauern und war einfach nur happy vor dieser geilen Kulisse schmerzfrei laufen zu dürfen!!

Nach St. Gilgen (am nördlichen Ufer) ging es auf die lange Gerade Richtung Geswandt (am Westufer). Da traf ich ganz unverhofft auf den mitgereisten Fanclub bestehend aus Kathi, meinen und Sebis Eltern. Der Support und der Fakt, dass es jetzt nur noch 17 Kilometer waren, verliehen mir Flügel und im 4er Schnitt donnerte ich weiter Richtung Strobl (am Südufer).

Langsam wurden die Beine schwer und die Angst vor einem Einbruch wuchs.

 

Also ein Gel reingedrückt und versucht, das Tempo hoch zu halten.

Plötzlich entdeckte ich den Führungsradler der Damen (natürlich mit der zugehörigen führenden Dame).

Langsam kämpfte ich mich ran und schließlich auch vorbei!

In Strobl (bei Kilometer 20) angekommen war ich blau... ich tropfte wie ein Kieslaster und die Beine wurden mit jedem Schritt schwerer. Ich wusste von meinem Start 2014, dass die Strecke von Strobl nach St. Wolfgang schwer zu laufen war.

Aber ich wusste auch, dass Carina irgendwo auf diesem Abschnitt auf mich warten würde und so zwang ich mich weiter zu fighten!

Bei Kilometer 24 fand ich sie (oder sie mich) und sie begleitete mich ein paar hundert Meter. Gerne hätte ich ein paar Worte mit ihr gewechselt, aber alles was ich rausbrachte war die Antwort auf die Antwort auf die Frage wies mir geht: „Beschissen“.

 

„Jetzt sins nur no 3 Kilometer... die bringst jetzt a no rum... geile Zeit... auf gehts!!“

Ja sie hatte ja Recht! Lang wars wirklich nicht mehr und ich lag noch gut in der Zeit und a bissl Schmerzen haben noch keinen umgebracht.

Und ja es wurde hässlich, als ich mich die leicht ansteigende Straße nach St. Wolfgang hoch kämpfte... aber irgendwie ging auch das rum und als ich bei Kilometer 26 auf die Uhr sah und feststellte, dass ich mir jetzt eine gemütliche 6er Pace leisten konnte, war das Ding durch!

Mit einem fetten Grinsen im Gesicht lief ich nach 01:57:50 als gesamt 53. (von 1769 Finishern) und 4. bester Deutscher über die Ziellinie.

 

Im Ziel traf ich dann alle anderen wieder und bei einem Stiegl haben wir uns gegenseitig für die zurückliegenden 27 Km bemitleidet :-)

Ich bin sehr sehr happy mit meiner Performance, denn seit dem Transalpinerun-DNF habe ich keinen längeren Lauf mehr gemacht. Jetzt können der Winter und das damit verbundene Grundlagenausdauertraining beginnen... ich bin bereit :-)

Tough Mudder Half

 

Ort: Wassertrüdingen

Datum: 24.09.2017

 

"Wer macht hier heute seinen ersten Tough Mudder?"... Sofort hebt unser Team und nahezu alle anderen um uns herum die Hände! Es beruhigt mich zu wissen, dass ich nicht der einzige Rookie hier bin.

Dass ich 10 Kilometer laufen kann, ist mir natürlich klar. Aber mangels Körperspannung, Kraft, Kletterskills und Koordination mache ich mir doch meine Gedanken, wie ich die 14 Hindernisse schaffen soll.

Aber zum Glück hatte ich ja ein geniales Team an meiner Seite: Die Kletter- und Boulderfahrenen Anja und Benni, Simon, und Carina, die aufgrund von Knieproblemen jetzt drei Wochen fast nicht laufen konnte. Wird schon schief gehen......jetzt gibt es eh kein Zurück mehr... Zu den Klängen von Lose Yourself von Eminem ertönt der Startschuss und bei Sonnenschein und 15 Grad ging es erstmal ganz entspannt Richtung Wald. 

"Feuchtgebiet"

Meine Hoffnung war eigentlich, dass wir so lange wie möglich trockene Füße haben würden. Diese Hoffnung wurde mir nach 850 Metern genommen... Das erste "Schlammbad" stand an und mit einem beherzten Sprung ging es ins hüfthohe Wasser, das wir nach 10 Metern auch wieder lebendig und bisschen dreckig, verlassen konnten. Ein komisches Gefühl irgendwie, einfach so in einen Tümpel voller Matsch und Schlamm zu hüpfen …… ein gutes Gefühl!! Die Schlammschlacht war jetzt offiziell eröffnet!

 

"Heuschnupfen"

 Das nächste "Hindernis" war geschenkt... ein paar Heuballen, die überklettert werden mussten. Das bereitete selbst mir als Bewegungslegastheniker keine großen Probleme! 

 

"Kiss of Mud 2.0"

Wie der Name bereits vermuten ließ, wurden wir jetzt zum ersten Mal richtig dreckig. Wir mussten unter Stacheldrähten hindurch durch ein Schlammfeld robben. Das kostete schon einiges an Kraft in den Armen. Carina neben mir blieb fast die Luft weg vor Lachen… tatsächlich machte es einen Heidenspaß, sich so richtig im Schlamm zu wälzen. Danach waren wir nass, rochen komisch und die ersten von uns mussten bereits ihre Startnummern zurücklassen. Das Weiterlaufen fiel uns immer schwerer... Wir blieben mit den Schuhen im tiefen Matsch stecken und ein paar von uns fielen immer wieder im rutschigen Dreck hin. Oft mussten wir von laufen auf gehen umsteigen. Vor ein paar Minuten hatten wir am Start noch gelobt: "... ich werde nicht jammern... denn jammern ist etwas für Kinder.“Es war noch nicht an der Zeit, dieses Gelübde zu brechen.

 

"Holz vor der Hütte"

Einen (mehr oder weniger schweren) Baumstamm einmal um eine 300 Meter Runde tragen und ihn dann den nachfolgenden Muddern weitergeben. Ich als Taktiker habe natürlich gleich einer zierlichen Dame den entsprechend auch eher zierlichen Baumstamm abgenommen und so stellte auch dieses Hindernis keine große Herausforderung dar. Allerdings war es schon echt lustig zu sehen, wie viele erwachsene Menschen sich hier brav ihren Baumstamm abholten, um mit einem Stück Holz eine Runde spazieren zu gehen und es danach wieder zurück zu bringen und seinen Lauf fortzusetzen. Die darauffolgende Verpflegungsstation haben wir aufgrund von Übermotivation und einer zu langen Schlange ausgelassen... Großer Fehler wie sich später rausstellte... Das war nämlich die einzige mit Bananen und Pickups. 

"Berlin Walls"

Jetzt wurde es zum ersten mal tricky... Zwei ca. 3 Meter hohe Holzmauern mussten überklettert werden. Auf unsere Kletterspezialisten im Team war natürlich Verlass und so konnten sie, auf der Mauer sitzend, auch uns "Laufsandsäcke" über die beiden Mauern wuchten!

Mit "Pit Fall" erwartete uns jetzt das nächste richtige Schlammloch... Das Problem war, dass sich unter dem Schlamm verschieden ausgeprägte Löcher oder Erhebungen befanden. Mehr oder weniger elegant tasteten wir uns langsam hindurch... die daraus resultierenden Stürze sorgten trotz (oder wegen) des kalten Wassers für Erheiterung in unserem Team!

 

Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch, in diesem Fall hieß das Hoch "The Hangover" und musste überklettert werden. Die Holzwand war zwar nicht so hoch wie die Berlin Walls, dafür aber leicht überhängend. Mit guter Teamarbeit, ein paar Räuberleitern in Kombination mit den als Aufzug fungierenden Benni und Simon war auch das Hindernis relativ schnell überwunden! Danach passierten wir die letzte Verpflegungsstation, wo uns gesagt wurde, dass es "nur noch 2,5 Kilometer bis zum Ziel" sind. Wir waren erst 1,5 Stunden unterwegs und da auf der Webseite von ca. 3 Stunden die Rede war, die wir für die 10 Km benötigen würden, waren wir absolut top in der Zeit... dachten wir! Entsprechend motiviert absolvierten wir die 200 Meter lange "Huckepack"-Strecke und trabten, nun doch schon ein bisschen KO Richtung...

...

"Birth Canal". Aufgabe war, sich unter mit Wasser gefüllten Planen hindurchzurobben. Klingt einfach, aber mit ca 50. Liter Wasser auf dem Rücken kommt man tatsächlich nur langsam und qualvoll voran (wie der Name schon vermuten lies :-) ) Hier konnten wir zwischen zwei Varianten wählen... einmal hell und einmal dunkel! Wenn dann schon richtig und natürlich entschieden wir uns für die "Legionärsversion" und kämpften uns durch den stockdunklen Tunnel und machten uns danach wie neugeboren weiter auf dem Weg! Leider hatte Carina immer mehr Probleme mit Ihrem Knie und so drosselten wir das Tempo und erreichten eine Lichtung im Wald, wo uns gleich 3 Hindernisse hintereinander alles abverlangen sollten. 

Dabei ging es mit der "Mud Mile 2.0" so lustig los. Mehrere hintereinander angeordnete Schlammbecken mussten durchquert werden. Getrennt durch Schlammberge, die aus dem Wasser raus erklommen werden mussten. Es war extrem rutschig, schlammig und kalt! Tat unserer Stimmung aber keinen Abbruch: Sich im rutschigen Matsch festkrallen, um nach oben zu gelangen und dann am Hintern den Dreckhügel in das nächste Schlammbecken rutschen, muddiger ging es fast nicht :-) Immer noch hoch motiviert ging es zum vorvorletzten und vielleicht schwierigsten Hindernis:

 

Die "Pyramid Scheme". Die Beschreibung klingt irgendwie einfacher, als es dann wirklich war. "Bildet eine Pyramide, sodass Du über die Schultern Deiner Mit-Mudder bis zur Spitze klettern und Deine Kollegen anschließend nach oben ziehen kannst." Anja und Carina konnten sich schnell an der Menschenpyramide, die sich bereits gebildet hatte, nach oben ziehen. Benni, Simon und ich mussten uns den "Aufzug" erst erarbeiten und stellten uns in die unterste Reihe der Pyramide. Immer wieder rutschten (mal mehr, mal weniger schwere) Menschen an der Pyramide wieder nach unten und fielen uns auf den Kopf und die Schultern. Nach 10 Minuten verließen mich langsam die Kräfte und leider war es nicht so leicht, einen Ersatzmann für die unterste Reihe zu finden. Als ich endlich entkräftet nach oben geschoben und gezogen wurde, war ich zum ersten Mal heute wirklich erleichtert. Da ich dann auch noch als „Angel“ missbraucht und nach unten gelassen wurde, um weitere Mudder nach oben zu ziehen, konnten wir kurz darauf auch Benni und Simon nach oben befödern. Zeit zum Durchatmen blieb uns allerdings nicht viel, denn bereits nach ein paar Metern wartete:

…das "Block Ness Monster" auf uns. Ein 1,60 Meter tiefes und 18 Meter langes Wasserbecken, in dem sich zwei rotierende Barrieren befanden, die überklettert werden mussten. Wir machten uns also ans Werk, schoben die Barrieren an und hängten uns selber daran, um auf der anderen Seite wieder herunterzuplumpsen. Das Wasser war eisig kalt und ich heilfroh, als wir auf der anderen Seite wieder rausklettern konnten. Carinas Knie wurde nicht besser, aber wir befanden uns jetzt schon auf dem letzten Kilometer! Nur noch raus aus dem Wald und dann ins Ziel? Fast... 2 Hindernisse galt es noch zu bezwingen!

 

"Everest 2.0"... bereits der Name lässt vermuten, dass wieder geklettert werden musste. Es handelte sich um eine fünf Meter hohe Quarterpipe mit einer Abrundung an der Spitze, die Dir das Erreichen des Gipfels weiter erschwert. Bevor wir uns dran versuchten, trafen wir Carinas Eltern am Streckenrand, die uns die nötigen Tipps fürs Bezwingen mitgaben: "Schnell drauf zulaufen, Seil greifen, auf den Po setzen und sich hochziehen lassen" Klingt nicht zu kompliziert... also Los. Anja war die erste, die es auch auf den ersten Versuch schaffte. Auch Benni war beim ersten Versuch gleich oben. Carina, Simon und ich hatten mehr Probleme. Simon brauchte zwei Anläufe und ich stellte mich besonders doof an. Erst beim 4. Versuch gelang es mir, das Seil richtig zu greifen und mein Team konnte mich - auf dem Arsch hockend - an der glitschigen Wand nach oben ziehen! Direkt nach mir erklomm auch Carina den Everest.

Jetzt trennte uns nur noch "Creek Crusade", eine Flussdurchquerung, von dem wohlverdienten Zielbier. Das Wasser war nochmal Kälter als vorher beim "Block Ness Monster" und ich schwamm so schnell wie irgendwie möglich (Schwimmen ist ja in Badehose schon nicht meine Paradedisziplin, aber mit Schuhen und Kleidung war es ne absolute Katastrophe :-) ) Wenigstens konnten wir im Fluss den Großteil des an uns klebenden Schlamms wieder loswerden!

 

Wir schleppten uns aus dem Wasser, klatschten uns nochmal ab, ließen unseren Schlachtruf los und durften dann in den Zielkanal einbiegen, wo wir Hand-in-Hand und überglücklich den Zielstrich durchliefen!!

 

Unsere Freude wich schnell Ernüchterung, als wir uns zitternd vor Kälte Richtung kalte Duschen begaben... Mit viel Zähneklappern und (fast) ohne Jammern haben wir auch diese letzte Herausforderung hinter uns gebracht! Rückblickend bleibt, neben ein paar Schürfwunden und Restdreck unter den Fingernägeln, nur der Stolz, dass wir die 10 Kilometer und die 14 Hindernisse als Team so souverän gerockt haben...

 

Es war bestimmt nicht mein letzter Hindernislauf!! 

Transalpinerun 2017

 

Ort: Fischen im Allgäu

Datum: 03.09.2017

 

Ein schmerzendes DNF in atemberaubender Landschaft!

 

Klar... die Vorbereitung auf den diesjährigen Transalpinerun hätte für mich nicht schlechter laufen können!

Nach dem Ironman Frankfurt kam ich nicht mehr richtig auf Touren, hatte wieder mit meiner Achillessehne zu kämpfen und handelte mir, in Folge eines Zeckenbisses, auch noch 3 Wochen Sportverbot ein.

 

Es war mir klar, dass für mich nichts anderes als das Finish selbst Ziel sein darf!!

Entsprechend demütig stand ich an der Seite von Winkl am Start in Fischen im Allgäu. Es war kalt, regnerisch und ich fühlte mich nicht fit.

Mit dem Startschuss waren dann alle Zweifel, alle negativen Gedanken wie weggeblasen und voll Spannung, was diese Woche mit sich bringen wird, machten wir uns auf den Weg Richtung Lech am Vorarlberg.

Mit jedem Kilometer kam ich besser ins Rennen und war überrascht, als mir Winkl mitteilte, dass er bereits mit muskulären Problemen und Knieschmerzen zu kämpfen hatte. Die Kilometer verflogen und nach 42 Kilometer mit 1700 Höhenmeter liefen wir knapp unter 5 Stunden unter dem Zielbogen in wunderschön gelegenen Lech am Vorarlberg hindurch.

Ich war euphorisiert, wusste, dass ich gute Beine hatte und freute mich auf die kommenden Etappen. Ich war heiß drauf, dass Ding zu rocken!

Entsprechend motiviert standen wir also am nächsten Tag bei knapp über 0 Grad an der Startlinie.

Es sollte die - mit 24 Kilometern und 2000 Höhenmetern - kürzeste Etappe der Woche werden.

 

Es ging, auf den Fersen von Traillaufprofi Philipp Reiter, hinauf auf den Schneebedeckten Rüfikopf, wo neben perfektem Wetter auch schon die erste Verpflegungsstation auf uns wartete.

Beim anschließenden Downhill spürte ich zum ersten mal einen komischen Schmerz auf der Außenseite des linken Knies... nichts dabei gedacht... kann ich mir bestimmt rauslaufen!

Die Schmerzen kamen und gingen und ich fing an mir Sorgen zu machen... Ich schleppte mich auf den letzten Gipfel des Tages, von dem aus es "nur" noch bergab nach St. Anton gehen sollte.

Das Stechen im Knie wurde mit jedem Schritt schlimmer, aber noch konnte ich sie irgendwie wegignorieren... "Vergeht bestimmt über Nacht" redete ich mir selber immer wieder ein.

Am Abend kam ich kaum mehr die Treppe zum Zimmer nach oben... bei jedem Schritt hatte ich das Gefühl, dass mir jemand ein Messer ins Knie rammt.

Und nein... über Nacht verging es leider nicht!

Trotzdem wollte ich die 3. Etappe irgendwie rum kriegen, aber als ich zum Start humpelte und versuchte, ein paar Schritte zu laufen, knickte mir vor Schmerzen fast das Knie weg. Nach einer kurzen Diskussion mit Winkl mussten wir uns eingestehen, dass ich so keine Chance hatte das Ding ins Ziel zu bringen. Ich meldete mich, zu Tode betrübt, beim Race Office ab und begab mich auf direktem Weg zur Medical Crew.

Die machten mir leider keine Hoffnung auf baldige Besserung und rieten mir vom Weiterlaufen ab.

Die Gefahr, dass sich der gereizte Meniskus entzündet, war zu groß... auch vor der Einnahme von Schmerzmitteln haben sie eher abgeraten.

Es blieb mir also nichts Anderes übrig, als die für mich einzige vernünftige Entscheidung zu treffen und mir einzugestehen, dass es dieses Jahr mit dem TAR-Finish nichts werden würde.

 

Das einzige, was zu diesem Zeitpunkt meine Enttäuschung ein wenig minderte, war, dass Winkl als Einzelläufer weiterlaufen durfte (und das Ding natürlich gerockt hat --> Hier geht’s zu seinem Bericht)

Für mich gilt es jetzt das positive aus diesem DNF rauszufiltern und das ist für mich definitiv meine entstandene Liebe zum Trail Lauf.

 

Die Mischung aus Natur und Laufen hat mich begeistert und gefesselt. Es wird nicht mein letzter Start bei einem Traillaufevent gewesen sein.

UND es war definitiv nicht mein letzter Start beim TAR. Irgendwann komm ich wieder und dann bin ich bereit... dann bin ich vorbereitet und dann werde ich das Ding ins Ziel bringen... Versprochen!!!

Ironman Frankfurt

 

Ort: Mainhatten

Datum: 09.07.2017

 

YOU ARE AN IRONMAN!!!!

 

3 Jahre… und somit mehr als 13 Prozent meines bisherigen Lebens hab ich mich mit dem Ziel, irgendwann diesen Satz beim Zieleinlauf hören zu dürfen, motiviert.

 

Und an diesem einen Sonntag in Frankfurt sollte ich mir (ACHTUNG SPOILER) diesen Traum nun endlich erfüllen. Ich versuch jetzt einfach mal in Worte zu fassen was an diesem Tag abgegangen ist. Hier möchte ich gleich mal auf den wahnsinnig tollen Wettkampfbericht von meinem Lieblingsgegner, Trainingspartner und Kumpel Markus Winklmeier verweisen, der seine Sicht der Dinge hier schildert.

Auch Carina hat einen Wettkampfbericht aus ihrer Sicht geschrieben… den gibt’s hier

 

04:30 Uhr

 

Stille, fast andächtige Ruhe, Konzentration, Unsicherheit umgaben uns, als wir im Bus zum Schwimmstart saßen. Keine Blöde Sprüche (die Markus und ich doch so gern vor jedem Wettkampf reißen), wenig Gelächter, volle Hosen. Viel konnte ich jetzt nicht mehr machen.

Susi wartete bereits eingecheckt in der Wechselzone auf mich, meine Wechselbeutel hingen bereits am richtigen Haken und auch die allerletzen Vorbereitungen liefen ungewohnt automatisiert ab.

 

06:20 Uhr

 

Da standen wir also. Meine Freundin Carina, Markus, seine Frau Brigitte und Dominik. Zu unseren Füßen lag der Langener Waldsee, den in 20 Minuten 3000 Ironmänner und –frauen zum Brodeln bringen sollten.

Zu den Klängen der deutschen Nationalhymne verabschiedete ich mich mit feuchten Augen von unserer Supportcrew, die an diesem Tag einen unglaublich tollen Job machen sollte!

Ich war wahnsinnig froh, in diesen Momenten den langdistanzerprobten Markus an meiner Seite zu haben. Die paar Worte, die wir wechselten, während wir uns in die Schlange beim Rolling-Start einreihten, taten mir sehr gut und beruhigten mich ungemein!!

 

06:50 Uhr

 

Mit dem Moment, als ich zum ersten Mal das Wasser berührte, war jede Aufregung wie weggeblasen! Das Schwimmen selbst war, bis auf den „Australien Exit“, einen kurzen Landgang nach den ersten 1,5 Kilometern und dem Fakt, dass mir langsam, aber sicher sehr, sehr warm im Neo wurde (NEIN!! Es lag nicht daran dass ich reingepisst hatte sondern an der Wassertemperatur J ) ziemlich relaxt.

 

08:01 Uhr

 

Nach einer Stunde und 10 Minuten durfte ich durch den großen Powerbarbogen den Langener Waldsee verlassen und machte mich, nach einem zu langem Wechsel, auf Susis Rücken, mit einer Breze im Mund und der Sonne im Rücken auf den Weg Richtung Frankfurter Skyline!!

Ich hatte gigantische Beine und wusste, dass ich auf dem Rad ne Chance haben könnte Markus einzusammeln. Trotzdem versuchte ich die tolle Stimmung an der Strecke so gut wie möglich aufzusaugen! Bei jeder Verpflegungsstation ließ ich mir viel Zeit um mich abzukühlen und vor allem zu trinken… Langsam wurde es warm und auf der zweite Radrunde habe ich jede Verpflegungsstation und die damit verbundene Abkühlung mehr herbeigesehnt. Carina, Brigitte und die anderen Laufstilanalysten feuerten mich Ende der ersten Runde nochmal an und ich flog in die Zweite!! Bei Kilometer 150 tauchte dann auch endlich Markus vor mir auf und ich konnte mich nach einem kurzen Ratsch absetzen. Kopf und Beine spielten bisher voll mit und ich war jetzt unfassbar heiß auf den Marathon (im wahrsten Sinne des Wortes)

 

13:43 Uhr

 

Unglaublich happy über den tollen Radsplit von 05:23 hüpfte ich von Susis Rücken und bedankte mich mit nem Klaps auf den Sattel, dass sie mich so schnell und pannenfrei durch die doch recht anspruchsvolle Strecke gebracht hatte. Die ersten Schritte auf der Marathonstrecke fühlten sich fantastisch an. Ich hatte schon 2/3 hinter mir und musste jetzt „nur“ noch den Marathon laufen. Ich hatte immer noch gute Beine und so schwebte ich los.

„Also wenns jetzt so weiterläuft, dann is das ganze Gerede, wie hart diese Langdistanzen immer sind, schon ein bisschen übertrieben“ dachte ich mich nach 10 Kilometer in meinem jugendlichen Leichtsinn und ich wurde prompt eines Besseren belehrt. Ich konnte mich von einen auf den anderen Kilometer nicht mehr ordentlich verpflegen. Bekam bei dem Gedanken an ein Iso, Gel oder ne Salztablette schon nen Würgereiz und so versuchte ich, so viel Cola und Wasser wie möglich runterzubringen, ohne mich übergeben zu müssen. Ich dachte ich seh nicht richtig, als plötzlich direkt hinter der ersten Frau Markus an mir vorbeischoss und sogar noch Luft hatte mir ein paar Motivationen zuzubrüllen. Jetzt war es eine Frage der Zeit wann der Mann mit dem Hammer zuschlug… Ziemlich genau beim Halbmarathon waren dann alle Lichter aus. Ich wusste, dass es nicht mehr viel besser werden würde und so schleppte ich mich im 6er Schnitt von einer Verpflegungsstation zur nächsten (wo ich immer eine Gehpause einlegte).

 

Ich hatte mich in alle Einzelteile aufgelöst, als ich nach 30 Kilometern endlich den Eisernen Steg erreichte, wo Carina (und ihre Eltern, die extra am Wettkampftag nach Frankfurt gefahren sind!!!!!) auf mich warteten.

Wenn es einen Mensch gab, der mir dort wieder Hoffnung einhauchen konnte, dann war es Carina… und sie hats geschafft, dass ich wieder anfing zu traben und ans Finish zu glauben.

„Wenn dus nicht mehr für dich machst, dann ziehs verdammt nochmal für sie durch!!“ hab ich mir gedacht. Alles an meinem Körper schmerzte… der Magen, der Kopf, die Füße, die Beine… Alles!

Aber irgendwie gingen auch diese elenden 10 Kilometer zu Ende und nach einem kurzen Blick auf mein Handgelenk und die dort befindlichen 4 Bändchen (für jede Runde eins) deutete ein Helfer auf den Eingang zum Zielkanal. „Genieß es“!

Und das tat ich… Ich sah rechts Carina und ihre Eltern stehen und mir stiegen wieder die Tränen in die Augen! Ich fiel mit Gänsehaut am ganzen Körper in ihre Arme, bedankte mich für den Support und mit nem fetten Grinsen auf dem Gesicht trabte ich weiter Richtung Zielbogen.

Und dann hörte ich den Satz auf den ich sooo lange gewartet hatte:

 

„Florian, Welcome to the finish line!!! YOU ARE AN IRONMAN!!!“

Ich überschritt die Ziellinie, lies mir die riesige Medaille umhängen und merkte, wie mein Körper jetzt endgültig den Geist aufgab. Ich musste mich übergeben und bevor ich mit Carina und den anderen das Finish feiern konnte, musste ich eine gute Stunde im Sanizelt verbringen und mir ne Infusion verpassen lassen!

 

Abschließend bleibt mir eigentlich nur noch DANKE zu sagen.

 

Danke an jeden einzelnen, der mich auf dem Weg zum Römer begleitet hat.

 

Danke an meinen Coach Ralf, der vor allem in den Zeiten, als es scheiße lief (nach meinem Radunfall oder meinen Achillessehnenproblemen) für mich da war und mich wieder aufgebaut hat.

 

Danke an meine ganze Family, die mir Zuhause den Rücken freigehalten hat, um mir die vielen Trainingsstunden zu ermöglichen.

 

Danke an meine Freunde und Bekannte, die immer Verständnis dafür hatten, wenn die eine oder andere gemeinsame Unternehmung wegen dem Training ausfallen oder verkürzt werden musste.

 

Und am Allerwichtigsten: Danke an Carina!! Es gibt keine Worte, die ausdrücken können wie viel ich ihr zu verdanken habe und drum brauch ich es hier auch gar nicht versuchen zu beschreiben… DANKE für ALLES!

Ironman 70.3 St. Pölten

 

Ort: St. Pölten

Datum: 21.05.2017

 

Am 02.08.2015 habe ich meinen letzten Triathlon Wettkampf gemacht... die olympische Distanz beim Triathlon in Regensburg. Nach meinem Unfall letztes Jahr bin ich heuer ohne gebrochene Knochen und mit wichtigen Radkilometern in den Beinen aus dem Trainingslager in Kaltern zurückgekommen. Dafür habe ich seit Australien Probleme mit meiner linken Achillessehne. Das war bisher in der radlastigen Ironmanvorbereitung nicht groß hinderlich, aber ich hatte bei den Keysessions immer wieder Schmerzen beim Laufen... entsprechend besorgt sah ich dem Laufpart beim Ironman 70.3 St. Pölten entgegen. Dass dies nicht meine einzige Hürde auf dem Weg zum Finish war, wurde mir schon früh klar... ziemlich früh... und zwar:

 

Sonntag 01:30 Uhr in der Früh...

 

Ich musste nicht mal die Augen öffnen um zu hören, dass die Wettervorhersage von meiner Wetterapp exakt stimmte!

Es kübelte wie aus Eimern... mit flauem Gefühl im Magen trotzdem noch mal umgedreht und um Punkt 04:00 Uhr bei ähnlicher Geräuschkulisse aus dem Bett gekrabbelt!

Unmotiviert machte ich mich auf den Weg zum Frühstück, wo mich bereits ein paar ebenfalls müde ausschauende Laufstilanalyseaugenpaare mit einem kurz angebundenem "Morgen" begrüßten.

Eine Marmeladensemmel runtergewürgt, Kaffee nachgeschüttet, die Wechselbeutel nochmal kontrolliert und um kurz nach 5 Richtung Start-/Zielbereich aufgebrochen.

 

Es schiffte immer noch... bereits jetzt waren unsere Supportmädels für mich DIE Helden des Tages, die uns mit durchnässten Füßen und zitternd zum Schwimmstart begleiteten.

Durch den Rolling Wave Start war es mega entspannt im Wasser... ohne größere Prügeleien konnte ich nach knapp 20 Minuten aus dem ersten See klettern. Beim ersten Landgang meldete sich zum ersten mal meine Achillessehne. Das Barfuß laufen auf dem eiskalten Boden war nicht optimal, aber der Halbmarathon war ja noch weit weg... zum jetzigen Zeitpunkt hatte ich keine Zeit, mir da drüber den Kopf zu zerbrechen!

Auch den zweiten Kilometer im zweitem See konnte ich stressfrei hinter mich bringen und nach 40 Minuten zog mich ein Wasserwachtler wieder aus dem Wasser... natürlich nicht die Zeit, die ich mir erhofft hatte (als geschätzte Schwimmzeit hatte ich 35 Minuten angegeben), aber das musste ich jetzt einfach akzeptieren und abhaken.

 

"Radsackerl" geschnappt und ins Wechselzelt... und gleich wieder raus... da drin hats gerochen wie in einem Schulbus voller Teenies, die gerade ne Doppelstunde Sport hinter sich haben... also draußen im Stehen den Neo ausgezogen, eine Jacke drüber geschmissen, Helm auf, auf Susis Rücken geschwungen und durch den immer noch strömenden Regen ging es auf die 90 Km lange und 1000 Höhenmeter profilierte Radstrecke. Spätestens ab jetzt war ich im Rennmodus... der Schalter war umgelegt... ich hatte richtig Bock, das Ding jetzt zu rocken!

Ein wenig übermotiviert ging ich in den ersten längeren Anstieg, bei dem mir die im Trainingslager gesammelten Höhenmeter auf jeden Fall zugute kamen. Viele Plätze, die ich bergauf gut machen konnte, verlor ich dann wieder bei den Abfahrten... zu klein war meine Risikobereitschaft... zu frisch meine Erinnerungen an den Crash letztes Jahr.

 

Die nächsten 30 Kilometer führten uns flach an der Donau entlang (eine Grundsatzdebatte übers Einhalten des Windschattenfahrverbots erspare ich euch), bevor es den letzten großen Anstieg nach oben ging... nochmal ordentlich verpflegt, wieder viele Plätze gut gemacht und die Oberschenkel fühlten sich immer noch gut an und so nutzte ich die letzten Kilometer auf der Radstrecke, um meine Sehne zu dehnen und stellte mich mental auf einen extrem schwierigen und schmerzhaften Halbmarathon ein. Nach 02:53 hatte Susi nach einem tollen Arbeitstag Feierabend.

In der Wechselzone noch nen kurzen Ratsch mit Andi (ebenfalls von der Laufstilanalyse) gehalten und vorsichtig, leicht hinkend losgelaufen. Ich sah Carina, die meine Sorgenfalten kurzfristig in ein Lächeln verwandelte und mir eine gewaltige Ladung Zuversicht mit auf den Weg gab. Laaaangsam wurden die Muskeln warm und meine Sehne geschmeidiger... ich tastete mich an ein Tempo ran, dass ich schmerzfrei laufen konnte. Bis Kilometer 5 habe ich mich gar nicht getraut meine Pace auf der Uhr zu checken... aber egal... ich konnte laufen und der Fakt beflügelte mich! Ab Kilometer 12 war ich mir sicher, dass die Sehne hält! Ich hätte vor Freude heulen können!

Wie besessen ballerte ich los... ohne Rücksicht auf Verluste sammelte ich einen Altersklassenkonkurrenten nach dem anderen ein und konnte selbst Andi noch abfangen... Mir war klar, dass ich unter 05:15 Stunden Endzeit bleiben würde und freute mich auf den Zieleinlauf... Ich sah Carina auf den Zuschauerrängen und war unglaublich happy, diesen Moment mit ihr teilen zu können!

Ich lief nach einem Halbmarathon in 01:27 Stunden und einer Gesamtzeit von 05:13:21 Stunden mit ein bisschen Pipi in den Augen durch den Zielbogen!

Mit meinem daraus resultierenden 346. Platz gesamt und 11. Platz in der Altersklasse bin ich mehr als zufrieden! Im Nachhinein habe ich erfahren dass sogar ein Slot für die 70.3 Weltmeisterschaft in Tennessee dabei rausgesprungen wäre.

 

Fazit: Generalprobe geglückt! Natürlich is bis zum Startschuss des Ironman Frankfurts am 09. Juli noch einiges zu tun, aber die Richtung stimmt und ich bin wahnsinnig happy, dass meine Sehne dem (nicht ganz langsamen) Halbmarathon standgehalten hat.

Riesen Danke nochmal an die tollste Freundin der Welt, die sich 6 Stunden bei Regen, Kälte und Wind an die Strecke gestellt hat um mich ins Ziel zu brüllen. Unbeschreiblich!!

Bad Füssing Halbmarathon 2017

 

Ort: Johannestbadtherme Bad Füssing

Datum: 05.02.2017

 

"...wusste nicht, dass sich der Mann mit dem Hammer auch auf den Halbmarathonstrecken rum treibt!"

 

Ich bin eigentlich nicht der Typ, der seine Rennen bis ins kleinste Detail durchplant.

 

Keine Tempovorgaben, keine Renntaktik... Gas geben... nach Gefühl Laufen... Spaß haben... so hab ich meine Rennen bisher immer gut (auch mal weniger gut) ins Ziel gebracht!

 

Dieses mal sollte es anders Laufen...dieses mal standen wir (Hans, Markus und John) mit einem klaren Ziel und einen wasserdichten Plan vor Augen an der Startlinie des Bad Füssing Halbmarathons.

Zielzeit: 01:19:59

Plan: 03:50er Pace und die letzten 5 Kilometer "Feuer frei"

 

Fühlte sich schon komisch an nach dem Startschuss nicht vollgas rauszudonnern, sondern mit angezogener Handbremse und eiserner Disziplin sich an eine Tempovorgabe zu halten!

 

Vorerst ging der Plan allerdings auf... wir wechselten uns mit der Tempoarbeit ab und einigermaßen entspannt und voll im Plan brachten wir die ersten 10 Kilometer hinter uns!

 

Danach brach die Gruppe leider ein wenig auseinander... Winkl, Hans und John mussten ein bisschen raus nehmen. Ehrlich gesagt hatte ich keinen Plan B und so stellte ich mich auf 10 harte und einsame Restkilometer ein.

Immer wieder drehte ich mich um und hoffte auf eine Gruppe, an die ich mich ranhängen konnte... und wie aus dem Nichts tauchte Winkl bei Kilometer 15 wieder hinter mir auf und entfachte damit erneut die Hoffnung dass es doch noch klappen könnte!

 

Noch waren wir knapp im Plan, aber die Beine wurden schwerer und die Strecke immer giftiger... die langen Geraden mit Gegenwind kosteten Körner und so schnell wie Winkl aufgetaucht war, so schnell war er auch wieder hinter mir verschwunden.

 

Jetzt war das Rennen für mich gelaufen... egal wie viel Optimismus ich in meine Hochrechnungen einfließen ließ... ohne ein Wunder würde es nicht mehr reichen!

3 Kilometer vorm Ziel war der Ofen aus, die Hoffnung auf die Sub 01:20 war dahin - aber es roch immer noch gewaltig nach einer neuen Bestzeit!!

 

Wieder Schritte hinter mir... wieder Winkl... zefix... der Mann ist unkaputtbar!

 

Ich wusste dass ich ihm jetzt nicht mehr folgen kann, also konzentrierte ich mich drauf, die letzten Meter mit Anstand über die Bühne zu bringen und nach 01:21:02 konnte ich mit einem lachenden und einen weinenden Auge den Zielbogen durchqueren!

Ich hoffe der Bericht hat sich nicht zu negativ angehört, denn im Großen und Ganzen war es ein super Wettkampf, bei dem sehr viel gepasst hat... und ganz nebenbei haben wir auch noch die Teamwertung (gewertet werden jeweils die schnellsten 3 Läufer eines Teams) mit der Laufstilanalyse.de gewonnen!

 

So kanns doch weitergehen... und irgendwann fällt dann auch noch die 01:20 :-)

Und für die Statistik im Winkl-Czada Duell 2017:

Winkl 1:1 Czada

 

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Spindellauf 2017

 

Ort: Donaueinkaufszentrum Regensburg

Datum 14. Januar 2017

 

"Wir können es uns nicht leisten drauf hin zu trainieren..." ... das waren die Worte vom Coach Ralf als, wir über die Vorbereitung auf den Spindellauf 2017 diskutierten.

 

Die letzten Wochen liefen bis auf eine kurze krankheitsbedingte Trainingspause eigentlich ganz gut!

 

Beim Silvesterlauf in Sandharlanden bekam ich zwar mal wieder mal eine Rasur von Markus Winklmeier, konnte allerdings trotzdem mit einer 35:46 eine neue persönliche Bestleistung über die 10 Kilometer abliefern.

 

Es sollte ein langer Samstag für mich werden, denn vor dem Spindellauf standen ein Schwimmtraining und Radintervalle auf dem Trainingsplan!

Entsprechend angeschossen stand ich um 20:30 Uhr - bei wieder mal unbeschreiblich guter Atmosphäre - an der Startlinie im Donau Einkaufszentrum.

 

Neben mir... klar... Markus Winklmeier!

 

Natürlich gings, wie gewohnt, viel zu schnell los... Winkl vorne weg... ich hinten nach... wohlwissend, dass ich dem hohen Tempo früher und später Tribut zollen muss.

Das funktionierte die ersten paar Runden auch sehr gut! Selbst in der Spindel fühlten sich die Beine gut an und langsam konnte ich die Lücke zu Markus immer weiter verkleinern. In Runde 4 konnte ich dann vorbei gehen und sogar einen kleinen Vorsprung rauslaufen!

 

Wie erwartet wurden ab Runde 5 die Beine schwer... viel zu früh eigentlich, wenn man bedenkt, dass die 1,5 Kilometer lange Runde inklusive Spindel 14 mal absolviert werden muss. Aber der Blick aufs Live-Leaderboard im Start-Ziel Bereich verriet mir, dass ich auf Platz 3 gesamt lag! Tempo rausnehmen war natürlich somit verboten und so schleppte ich mich von Runde zu Runde.

In Runde 10 spürte ich dann einen stechenden Schmerz in der linken Wade... lange war ich mir nicht sicher, ob es ein Muskelfaserriss oder doch nur ein Krampf war.  Aber da die Schmerzen nicht schlimmer wurden, entschloss ich mich dazu, das Rennen auf jeden Fall zu beenden.  Und obwohl ich den Podiumsplatz abgeben musste, lag ich immer noch vor Markus.

 

Die letzten zwei Runden waren dann richtig zach... im nicht vorhandenen Endspurt verlor ich dann nochmal 2 Plätze (den einen gab ich natürlich gern an meinen Teamkollegen Hans ab J) und konnte mit einer 01:25:29 und als 6. Gesamt und 2. in meiner Altersklasse finishen.

 

Die Atmosphäre war wieder mal absolut fantastisch! Vielen Dank für den tollen Support  an alle, die mich angefeuert haben. Besonders gefreut hab ich mich über die vielen Laufstilanalyse-Athleten, über meine Family und vor Allem Carina, die mir in den letzten Runden nochmal richtig in den Arsch getreten haben.

 

Obwohl meine Renneinteilung mal wieder eine absolute Katastrophe war, bin ich super zufrieden mit dem Ergebnis. Trotz der Vorbelastung vom Schwimmen und der Radintervalle hatte ich (zumindest Anfangs) super Beine und genau auf das kommt es im Ironmanjahr ja an :-)

 

Next Stop: Halbmarathon Bad Füssing!!

 

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