Wettkampfberichte 2016


Nichts gewollt ... alles bekommen! (München Marathon 2016)

 

Ort: München

Datum: 09.10.2016

 

Nach meiner Schulterverletzung habe ich lange nix von mir hören lassen... Der Grund dafür ist, dass ich eigentlich "das ganze Jahr eh nur auf der Couch gelegen bin und Chips gefuttert habe" - Zitat Ralf Ende :-)

 

So schlimm wars natürlich ned… trotzdem lief die Marathonvorbereitung eher durchwachsen... immer hat es irgendwo gezwickt... so richtig kam ich erst die letzten Monate in Fahrt.

 

Diese Saison war verkorkst genug, und um mir dieses Jahr nicht schon wieder die Zähne an dem großen Ziel, den Marathon unter 3 Stunden zu laufen, auszubeißen, war die Vorgabe denkbar einfach:

Hinfahren, Spaß haben und Motivation für die nächste Saison tanken!

Entsprechend entspannt stand ich dann um Punkt 10:00 Uhr an der Startlinie im Olympiapark!

Da ich ziemlich weit vorne stand, hielt sich das Gedränge in Grenzen und standesgemäß viel zu schnell ging es ab Richtung Englischer Garten. Bis jetzt hielt ich mich, bis aufs Tempo, ziemlich genau an die Vorgabe... ich sog alles in mich auf:

Ich genoss das Wetter, bedankte mich bei den Zuschauern fürs Anfeuern und den Helfern an den Verpflegungsstationen, klatschte gefühlt jede Hand ab, die mir entgegengestreckt wurde und war einfach nur happy diesen genialen Sport schmerzfrei betreiben zu können.

 

Mit Dauergrinsen und voller positiver Gedanken spuckte mich der Englische Garten nach 15 Kilometern und weit vor dem Zugläufer für 03:00 Stunden wieder aus... Kannte ich alles... war ja letztes Jahr genauso... nur irgendwie verbissener!

Jetzt wurde es ruhiger an der Strecke, die Zuschauer wurden weniger und zum ersten mal dachte ich mir "stell dir vor wie geil es wäre, wenn du heute doch unter 3 bleibst"... klar wäre es geil... aber völlig unrealistisch. Ich war nicht gut genug vorbereitet, hatte nicht im Ansatz so viel trainiert wie letztes Jahr!

Also Gedanken wieder weggewischt und weiter den Moment genossen!

 

Nach 01:28 lief ich über die Halbmarathonzeitmatte... Immer noch gut drauf, immer noch frisch und langsam immer angriffslustiger. Natürlich hatte ich auch die Worte von Ralf im Hinterkopf "Hinten hebt die Kuh an Schwanz!".

Ich weiß wie es sich anfühlt, ab Kilometer 32 vom Mann mit dem Hammer niedergestreckt zu werden und ich war auf dem besten Weg dahin, es dieses Jahr wieder zu erleben.

"Soll er kommen" hab ich mir gedacht. Der Wettkampf war schon jetzt ein Erfolg und die positiven Eindrücke kann mir keiner mehr nehmen.

Km 27... runter zum Deutschen Museum und von dort aus über den Gärtnerplatz in die Innenstadt! Das Feld hatte sich bereits auseinandergezogen und ganz alleine bog ich in den Marienplatz ab.

Zum ersten mal an diesem Tag hatte ich Pipi in den Augen und mit meinem breitesten Grinsen auf den Lippen flog ich durch klatschenden Menschenmassen!

 

"Flo... du siehst ja noch fantastisch aus" hörte ich aus den Boxen des Stimmungsnestes.

Daumen nach oben!! So fühl ich mich auch!!

Danach wurde es wieder etwas ruhiger und bei Kilometer 32 meldete sich der Kopf mit folgender Info: Wenn du jetzt die letzten 10 Kilometer im 04:30er Schnitt läufst, bleibst du heute unter 3 Stunden!

 

Zum ersten mal habe ich mich ernsthaft mit diesem Gedanken auseinandergesetzt und plötzlich wollte ich es unbedingt! Von einem Schritt auf den Anderen war ich bereit, alle eventuell auftretenden Schmerzen in Kauf zu nehmen... Plötzlich sprach nichts mehr dagegen, es nicht wenigstens zu versuchen und anstatt meinen Vorsprung zu verteidigen, brannten mir die letzten Sicherungen auch noch durch!

Ich donnerte also los und bei Kilometer 36 lief ich auf die führende Frau auf und machte es mir hinter dem BMW 330e, der als Führungsfahrzeug herhalten musste, gemütlich... Ziemlich cool, nicht ständig auf die Uhr kucken zu müssen, sondern immer eine vor der Nase zu haben :-)

Nachdem mich der Fahrer, nach einem kurzen Ratsch, allerdings nicht mitnehmen wollte, blieb mir nix anderes übrig, als die letzten Kilometer selber runter zu reißen!

"Du bleibst weit unter 3 Stunden" rief mir der Führungsfahrzeugfahrer zu, als er mich bei Kilometer 40 wieder eingeholt hatte. "Ja... keine Ahnung wie ich das gemacht hab"... Mit den Worten "Du laffst ja a wie a Narrischer, genieß dein Zieleinlauf!" bog er links ab und schickte mich durch die Unterführung ins Innere des Olympiastadions!

 

Es folgten die genialsten 300 Meter meines Lebens und unfassbar happy überquerte ich die Ziellinie nach 02:56:53!

Der perfekte Tag war es trotzdem noch nicht. Ich zog mich um und wartete auf Carina (die sich Sub4 als Ziel vorgenommen hatte), Sebi und Timo (die beide heute ihren ersten Marathon finishen wollten). Lang musste ich nicht warten!

Alle drei kamen fast zeitgleich und weit unter 4 Stunden ins Ziel!!

Jetzt war es der perfekte Tag!

Ein Wechselbad der Gefühle in und um Kallmünz (Frühlingslauf Kallmünz)

 

Ort: Kallmünz

Datum: 09.04.2016

 

Endlich wieder ballern... endlich wieder Halbmarathon... endlich wieder Wettkampf!

Wie sehr habe ich mich auf den Beginn dieser Wettkampfsaison 2016 gefreut die nun, mit einem flotten Halbmarathon im Rahmen des Kallmünzer Frühlingslauf, endgültig eingeläutet werden sollte!

 

Entsprechend motiviert ging es, bei bestem Laufwetter mit Carina im Gepäck Richtung Kallmünz, wo ich unglaublich viele bekannte Gesichter bei der Startnummernausgabe, dem Startzielbereit oder beim Einlaufen getroffen habe!

Natürlich hat sich es mein Lieblingsgegner Markus Winklmeier ebenfalls nicht nehmen lassen sich um Punkt 14:00 Uhr an der Startlinie einzufinden.

Mir war klar dass ich mich heute wohl nicht groß auf ein Battle gegen ihn einstellen brauche. Zu stark waren seine Zeiten in der nahen Vergangenheit!

Ich stellte mich also drauf ein alleine mein Rennen zu machen!

 

Wie habe ich das Gefühl der Spannung, der Vorfreude und das kribbeln in den Beinen Sekunden vor dem Startschuss vermisst!! Good to be back!

 

Die ersten Kilometer „lief“ es gut, wenn auch einen Ticken zu schnell... ganz normal... aussebrecha und dann eibrecha... kennen wir ja ;-)

Aber diesmal habe ich unerwartet früh mein Hirn eingeschalten, den heute unschlagbaren Winkl ziehen lassen und mir eine alternative Gruppe im Kampf gegen den böigen Wind gesucht, die ich auch bald gefunden hatte!

 

Meinen Mitstreiter kannte ich nicht aber wortlos verständigten wir uns auf einen 4er Schnitt bei abwechselnder Führungsarbeit... Hätte schlechter beginnen können!

 

Als ich bei Kilometer 5 das erste mal auf die Uhr sah, leuchtete mir eine zufriedenstellende 19:00 entgegen! Was hieß, dass ich war eine Minute unter meiner angepeilten Pace von 4 Min/Km war.

 

Klar hörte ich die Schritte hinter mir, als dann allerdings ein Konkurrent mit einem irrsinnigen Tempo vorbeiknallte war ich doch ein wenig überrascht! Dass sich dann auch noch mein Pacemakerkollege an ihn dranhing und ich dem Tempo nicht folgen konnte machte die Situation auch nicht besser!

 

Danach fiel ich mental und körperlich in ein Loch... warum weiß ich bis jetzt noch nicht genau aber es lief einfach nicht mehr und ich hatte gerade erst mal 9 Kilometer auf der Uhr!

 

Ich hab mich an einem Satz vom Coach erinnert:

„Schwächephasen zulassen, Sträkephasen ausnutzen“

 

Also war es jetzt wohl an der Zeit irgendwas positives aus meiner Situation rauszuholen und bei der nächsten Verpflegungsstation nutzte ich das verminderte Tempo um mir einen Schluck Cola zu genehmigen und wartete ab was passieren würde.

Zu allem Überfluss verlor ich weiter Plätze denn kurz vor der Wende (ja... Wendepunktstrecke) überholte mich ein Zweiergespann, dass ich ebenfalls nicht halten konnte! Jetzt geriet ich schon ein wenig ins Grübeln... ich hatte doch so viel richtig gemacht... Puls passt... Pace passt auch irgendwie (4:05er Schnitt) und die Oberschenkel waren auch noch einigermaßen OK!

 

Ich weiß nicht ob es an dem Cola, den Wissen dass es jetzt „nur“ noch zurück nach Kallmünz geht oder den motivierenden Anfeuerungen aus den Reihen der mir entgegenkommenden Läufer lag... ich war wieder zurück im Spiel!!

 

"Stärkephasen ausnutzen!"

 

Kontrolliert und Problemlos konnte ich nun wieder die Pace unter 4 drücken und heftete mich an die Fersen des langsameren Läufers aus dem Zweiergespann... der schnellere war bereits auf und davon!

Lange lief ich in seinem Windschatten, als ich nach 2 Kilometern fairerweise auch mal die Führungsarbeit übernehmen wollte war er hinter mir plötzlich weg... soll mir auch Recht sein!

 

Also machte ich mich wieder alleine weiter auf die Reise und nun, bei Kilometer 17 merkte ich wie auch der zweite Ausreisser, der mich vorher überholte langsam näher kam!

Als ich in seinem Windschatten angekommen war entschied ich mich Nägel mit Köpfen zu machen, steigerte das Tempo noch mal und zog vorbei. Ohne einen Blick zurück hörte ich merkte ich wie ich schnell ein Loch reißen konnte und so konnte ich mich jetzt in „Ruhe“ auf meinen Zieleinlauf vorbereiten!

Auch das vermisste ich während des Winters! Umso mehr habe ich es genossen unter Beifall, der Moderation von Rudi und was mich besonders gefreut hat den Anfeuerungen von Carina und meiner Famliy durch den Zielbogen!

 

Geil! ... bei genau 01:23:45 stoppte ich meine Uhr!

Noch geiler... Platz 7 insgesamt (von 162 Finishern) uuuuund Sieg in der Alterklasse: Hauptklasse Herren

 

Für mich hätte der Wettkampf nicht besser laufen können!

 

Leider konnte ich bei der Siegerehrung nicht anwesend sein und so mein Preis (Buff) nicht entgegen nehmen! Danke fürs abholen und auch für die tolle Radbegleitung TICHY!!!

 

An der Stelle noch mal riesen fetten Respekt vor Winkl für seine gigantische Leistung (Platz 2 Gesamt mit 01:20:19) aber auch allen anderen Laufstilanalysten, Arbeitskollegen oder sonstigen Bekannten die heute am Start waren... Da waren schon brutale Zeiten dabei!! Ein noch fetteres Danke an meine Freundin alle an der Strecke und den vielen freiwilligen Helfern die ein solches Event erst möglich machen!!

 

Hier geht’s zu den Ergebnislisten:

https://www.zeitgemaess.info/results.php?accesscode=201604091&konkurrenz=80714

Run & Bike 2016

 

Ort: Fuhrn

Datum: 28.02.2016

 

Nachdem ich den Start beim Spindellauf verletzungsbedingt absagen musste, stand am Sonntag, den 28. Februar mein Wettkampfdebüt 2016 beim Run&Bike in Fuhrn an. Klar stand bei diesem von Ralf organisierten Rennen der Spaßfaktor im Vordergrund. Klar war mir aber auch, dass mit einer Truppe wie der Laufstilanalyse.de, bei der auch mal eine gemütliche GA1 Runde in einen Krieg ausartet,  diese zehnte Auflage vom Run & Bike kein Spaziergang werden würde. Für alle, die sich nichts unter einem Run & Bike vorstellen können, hier noch einmal die Regeln: 

 

Zwei Teilnehmer, ein Bike und zehn Meter, die der erlaubte Höchstabstand zwischen den Teamteilnehmern sind. 

 

Wie im Vorjahr ging ich mit Christoph Tichy ins Rennen und wie im Vorjahr gab es eigentlich nur ein wirkliches Ziel: De Waidler (Wolfgang Spielbauer und Markus Winklmeier) hinter uns lassen. Nach dem (mehr oder weniger) souveränen Sieg letztes Jahr gingen wir natürlich mit seeehr breiter Brust und super optimistisch ins Rennen! 

 

Die beiden kurzen „Entzerrungslaufrunden“ liefen ziemlich gut - danach ging es in die erste von drei Runden durch das Fuhrener Outback. 

Obwohl unsere Wechsel (im Vergleich zum Vorjahr) sehr gut klappten, wurde uns bereits nach dem ersten Kilometer klar, dass die Waidler heute extrem stark drauf waren und so hatten wir von Anfang an mit einem Rückstand zu kämpfen! 

Ende der ersten Laufrunde warf ich bei einem Zwischensprint alles in die Waagschale, um den Vorsprung ein wenig zu verkürzen… aber Winkl war auch am Sonntag lauftechnisch wieder eine Macht und so verkleinerte sich der Abstand zwar minimal, aber nicht genug um attackieren zu können. Das einzige, was auf der langen Bergab-Passage rausprang, war der schnellste, von meiner Garmin je erfasste, gelaufene Kilometer - und zwar in 02:58 Minuten :-) nehm ich gerne mit! 

Da uns im Laufe der zweiten Runde sowohl die Kräfte, als auch der Glaube an ein Wunder verließen, beschlossen Tichy und ich, nun unser eigenes Rennen zu machen. Dies gipfelte dann in einem Dreikampf mit einem Tri-Start-Team (das wir bis zum Ende auf Abstand halten konnten) und dem Team „THE ROOKIES“, dem wir uns leider ebenfalls knapp - um 43 Sekunden - geschlagen geben mussten. 

 

Mit unserer Teamleistung sind wir super happy! Wir können uns nicht vorwerfen, große taktische Fehler gemacht zu haben. Die Leistung hat sowohl auf dem Rad, als auch in den Laufschuhen gestimmt und wir sind, abgesehen von einem gebrochenen Getränkehalter, ohne größere Blessuren im Ziel angekommen. 

Mit einer Zeit von 00:56:01 reichte es für Platz 9 von 44 (Gesamt) und Platz 8 von 24 (Männer).

 

Das Event war wieder perfekt organisiert. Der Jugendtreff stellte neben einem warmen „Zielhäuschen“ auch ein riesen Kuchenbuffet zur Verfügung. Bei der Siegerehrung bekam dann jeder Teilnehmer noch einen hochwertigen Preis... und das alles ohne Startgebühr! Einmalige und wahnsinnig coole Veranstaltung!  

 

Für mich persönlich war es ein erfolgreicher Leistungstest! Ich merke zwar, dass ich ein klein wenig Spritzigkeit zum letzten Jahr eingebüßt habe, aber darauf kommt es dieses Jahr auch nicht unbedingt an. Wichtiger ist, dass ich die langen Einheiten in der Langdistanzvorbereitung gut über die Bühne bringe!  

 

Hier findet ihr die Ergebnisliste