Trainingslager ohne Happy End

... Wie gerne hätte ich euch jetzt berichtet, wie super das Trainingslager gelaufen ist. Wie toll meine Form momentan ist, wie hart und spaßig die Einheiten waren oder wie toll unser Hotel am wunderschönen Kalterer See in Südtirol war.

 

Ich war mit großen Erwartungen an mich und meine Form ins Trainingslager am Kalterer See gefahren und bei den ersten Einheiten in der Gruppe konnte ich diese Erwartungen durchaus erfüllen. Im Großen und Ganzen ging es darum viele Radkilometer zu sammeln, was die ersten Tage super klappte!

 

Ich habe es echt genossen, mit den Jungs und Mädels der Laufstilanalyse mal wieder so richtig draufzudrücken... Naja, bis zu dem einen Moment auf der letzten Radrunde der "Mitteldistanz", die am fünften Tag auf dem Programm stand.

 

Kurz nach Klughammer (in der Nähe von Kaltern) befand sich auf der rechten Straßenseite dieser Spargelshop. Logisch, habe ich das Auto gesehen, das auf dem Parkplatz stand. Aber nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass die Dame den Rückwärtsgang einlegt und - ohne mir Beachtung zu schenken - auf die Hauptstraße fährt.

 

Die Zeit zwischen dem Moment als ich realisierte, dass ein Crash unausweichlich war und dem Moment, als ich in die Beifahrerseite des Toyota Auris einschlug, kam mir vor wie eine Ewigkeit und so hatte ich genug Zeit mir alle möglichen „Worst-Case-Szenarien“ genauestens auszumalen.

 

 

Nach dem großen Bums und der darauf folgenden Stille dachte ich mir im ersten Moment, dass es mich gar nicht so schlimm erwischt hatte... Nur meine linke Schulter schmerzte ein wenig! Ich war trotzdem sau froh, dass sich Peter, Steffi und die anderen Ersthelfer so toll um mich kümmerten.

 

Ein paar Minuten später wurde ich auch schon in den Sanitätswagen verfrachtet und ins Krankenhaus in Bozen gebracht. Dort bekam ich dann die ernüchternde Diagnose, dass meine Schulter mehrfach gebrochen war! Mit Dani und Silvia, die mich netterweise vom Krankenhaus aufgabelten, begab ich mich deprimiert zurück ins Hotel.

 

Immer noch geschockt machte ich mich am nächsten Tag auf die Heimreise (auch nochmal Danke an Hans, der das Auto meines Papas und mich heimgefahren hat). Dort angekommen ging alles zum Glück recht schnell: noch am gleichen Abend hatte ich einen CT-Termin um festzustellen, ob die Schulter operiert werden muss oder nicht.

 

Am nächsten Tag im Krankenhaus Barmherzige Brüder dann die erleichternde Nachricht: die Knochen stünden wohl den Umständen entsprechend günstig und man ginge davon aus, dass die Schulter ohne eine Operation wieder zusammenwächst.

 

Für mich war die ganze Gesichte natürlich ein Schlag in die Magengrube (oder vielleicht auch eine Etage tiefer), der so richtig gesessen hat. Noch nie in meinem Leben habe ich härter und disziplinierter für ein sportliches Ziel gearbeitet.... umso grausamer fühlt es sich an wenn dir dies mit einem Moment entrissen wird.

 

... aber irgendwann ist auch das überstanden!

 

Ich werde ALLES tun, um es spätestens nächstes Jahr wieder krachen zu lassen und werde noch disziplinierter, härter und noch fokussierter an meiner Form arbeiten.

 

Und wie Rocky schon sagte: "It ain’t about how hard you hit. It’s about how hard you can get hit and keep moving forward; how much you can take and keep moving forward. That’s how winning is done!"

 

Am Ende nochmal (ich hoffe es nervt euch noch nicht ;-) ) ein DANKESCHÖN an alle, die mich in den letzten Tagen aufgefangen haben, die mich besucht haben, mich angerufen oder mir auf welchen Weg auch immer Genesungswünsche zukommen ließen. Und das dickste Danke an meine Freundin Carina und meine Family, die mich wieder aufgebaut, gepflegt oder auch mal das Essen hergeschnitten haben ;-)

 

Ich halte euch auf dem Laufenden,

Flo

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Kommentare: 1
  • #1

    Helmut (Montag, 16 Januar 2017 21:34)

    Sehr gut geschriebener Bericht. Respekt.
    Gute Besserung.