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Regensburg Marathon - die Zweite!

Wie soll ich anfangen? Wie beschreibt man einen Wettkampf der besser nicht hätte laufen können?

Am besten chronologisch!

 

06:30 Uhr - Aufstehen - sich übers Wetter freuen - Frühstücken - Musik auf die Ohren und rein ins Getümmel auf dem Infineonparkplatz

 

08:00 Uhr - im Kopf nochmal die Zeiten durchgegangen - Ausrüstung gecheckt - Das letzte mal das Klo besucht und zur Startlinie geschlendert

 

08:30 Uhr - Startschuss - Heftig...oder wie es Hardy Hartmann beschreibt "Ein startendes Marathonfeld hat in etwa die Dynamik einer tollwütigen Bisonherde. Das gilt jedenfalls für die ersten zwei Kilometer. Hier finden sich noch die ganzen übergewichtigen Midlifecrisler, Wunschzeitenträumer und Selbstdarsteller, die die ersten Kilometer so engagiert angehen, als gäbe es die restlichen 40 nicht" 

Daher hab ich mich ganz eisern an die Zeiten auf meiner Hand gehalten, nur nicht überpacen, nur nicht den gleichen Fehler wie letztes Jahr machen, nur nicht von den ganzen Halbmarathonis verrückt machen lassen die mich auf den ersten Kilometern überholt haben

 

09:17 Uhr - 10 km ... die erste aussagekräftige Zeit 46:34 Minuten - Einen tick zu schnell aber alles noch im Rahmen

 

10:09 Uhr - Halbmarathon 1:39:11 Stunden - immernoch zu schnell und obwohl die Beine gut warten hätte ich nix dagegen gehabt einfach rechts in die Zielgerade einzubiegen und mir mein Zielweizen abzuholen.

Die nächsten KM waren ziemlich einsam. Kaum Zuschauer, Kaum Mitläufer und sonst auch nix spektakuläres

 

10:50 Uhr- Da war er also... der 30. Kilometer - der Punkt wo ich letztes Jahr explodiert bin... Ich war auf alles gefasst: Krämpfe, Schmerzen, Magenprobleme ... aber auf das Folgende nicht...

11:12 Uhr - Kilometer 35: Hmm... Der Mann mit dem Hammer hat wohl heute Urlaub... oder war beim Hamburg Marathon aktiv... Keine Ahnung aber ich bin ihm nicht begenet. Es lief einfach gigantisch! Meine Beine warten immernoch gut und mein Puls immernoch auf einem angenehmen Level. Mein Dad war mittlerweile als Radbegleitung an meiner Seite, was mir noch einen zusätzlichen Motivationsschub verpasst hat. Zum ersten mal hatte ich bei einem Marathon das Gefühl dass die "du schaust aber noch gut aus" - Rufe nicht gelogen waren

JA! Ich fühlte mich auch gut und konnte dann sogar noch mal zulegen.

 

11:30 Uhr - Kilometer 39: Als ich merkte, dass meinem Dad langsam die Superlative ausgingen wusste ich, dass ich das Ding jetzt nach Hause lauf... nochmal Tempo verschärfen... jetzt ist es eh egal ... Einfach noch paar Explodierte einsammeln und ein paar Plätze gut machen!

 

11:45:23 Uhr - Kilometer 42,195: Was folgte war einer der emotionalsten Momente meiner kurzen sportlichen Laufbahn

 

Alles was ich in den letzten Wochen und Monate in diesen Wettkampf investiert hatte, hat sich in diesem Moment ausgezahlt. Mit einem kleinen Tränchen in den Augen bin ich dann über die Ziellinie gelaufen und hab nach exakt 3 Stunden 15 Minuten und 23 Sekunden meine Uhr gestoppt... 

Am Ende bleibt mir noch DANKE zu sagen... DANKE, an die vielen vielen tollen Menschen die mich dort hingebracht wo ich jetzt bin, die mich in der letzten Zeit immer wieder aufgefangen haben und mich zum Weitermachen motiviert haben. DANKE an ALLE die da heute draußen an der Strecke waren (eine Auflistung würde den eh schon gesprengten Rahmen des Berichts nur noch mehr sprengen) und eine Atmosphäre geschaffen haben, bei der es mir jetzt noch eiskalt den Rücken runterläuft und die ein Scheitern unmöglich gemacht hat! DANKE an ALLE die heute nicht an der Strecke sein konnten aber aus der Ferne an mich gedacht haben!

Und ein riesen DANKE geht an meine Familie und besonders meinen Eltern ohne deren Unterstüzung ich meinen Sport nicht so ausüben könnte wie mir es momentan ermöglicht wird. Ich hoffe ich konnte euch ALLEN heute mit meiner Leistung ein Teil zurück geben und hab euch mit dem Bericht nicht zu sehr gelangweilt

 

Hier gehts zu den Ergebnislisten

 

Übrigens.. hier mein Zielinterview

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